Kronach
und Frankenwald
Die
Gefangenen brauchen Betreuung
Justizvollzugsanstalt
Kronach sucht ehrenamtliche Mitarbeiter und einen Trainer für den
Kraftraum
KRONACH.
Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Kronach sucht dringend personelle Verstärkung.
Es werden ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie ein Trainer
beziehungsweise Übungsleiter für den Kraftraum gebraucht.
Aber
auch für andere kreative Ideen, was ehrenamtlichen Einsatz, zum Beispiel in der
Gruppenarbeit aber auch Einzelbetreuung betrifft, wäre man dankbar. Ganz
notwendig werden drei bis vier Personen benötigt, die Interesse haben, in ihrer
Freizeit einen oder mehrere Gefangene zu betreuen. Zum Aufgabenbereich des
ehrenamtlichen Betreuers gehören unter anderem Schriftwechsel, Besuchsdienst,
Gespräche und auch Ausgangsbegleitung zu Behördengängen oder Begleitung bei
Einkäufen. Es entsteht also ein vertrauensvolles Verhältnis zuwischen Gefangenen
und Betreuer. Wer über gesunden Menschenverstand und gewisse Lebenserfahrung
aber auch Einfühlungsvermögen verfügt, sowie soziales Engagement zeigen möchte,
wäre richtig. Vorurteile sind nicht angebracht, jeder muss sich mit dem
Gefangenen erst auseinandersetzen um dann zu urteilen, inwieweit dieser die
Hilfe ernst gemeint annehmen möchte, sagen bereits erfahrene Betreuer sowie der
Vollzugsdienstleiter in der JVA, Oberinspektor Bruno
Beierlorzer.
Derzeit
befinden sich etwa 90 Insassen in der JVA Kronach, davon sind cirka die Hälfte
Untersuchungshäftlinge die noch auf ihren Prozess warten. Je nach Strafmaß
werden sie nach einer möglichen: Verurteilung entweder in ein anderes Gefängnis
transferiert oder bleiben bei einem Strafmaß unter 18 Monaten in Kronach in
Haft.
Der
Betreuungsdienst erstreckt sich auf Gefangene die einige Wochen oder Monate vor
ihrer Entlassung stehen und Hilfe für die Resozialisierung beziehungsweise
Begleitung für den Übergang in die Freiheit möchten. Die Betreuung bezieht sich
dabei nicht nur auf Behördengänge wie bei Wohnungs- oder Arbeitssuche, sondern
ist auch in der Haftanstalt In Form von Beratungsgesprächen und Aussprachen
erwünscht. Aber auch Vermittlung von Rechtschreibung sowie bei ausländischen
Insassen auch Erlernen der deutschen Sprache sind Möglichkeiten des sinnvollen
Einbringens.
Seit
einiger Zeit ist der pensionierte Sänger am Landestheater Coburg, Michael Morton
mit seiner Gitarre dabei, einer Häftlingsgruppe das Gitarrenspiel zu erlernen.
Diese musische Betreuung wird sehr gerne angenommen, doch momentan reichen die
Gitarren nicht mehr aus. „Musik ist eine Sprache, die jeder versteht und wir
kommunizieren hauptsächlich mit Musik, aber automatisch kommt die
Sprachverständigung und Entwicklung der Aussprache dazu", erzählte Morton aus
seiner Arbeit dem diese sichtlich Spaß macht.
Wohnung
aufgebrochen
Petra
Müller aus Lichtenfels ist ebenfalls seit einigen Jahren ehrenamtliche
Betreuerin. Sie erinnert sich an einen Gefangenen, mit dem sie in Coburg beim
Arbeitsamt gewesen ist, der nie selbst zum Zuge gekommen wäre, hätte er nicht
ihren Beistand gehabt. Auch beim Aufsuchen dessen vorheriger Wohnung erlebten
sie eine Überraschung, da diese aufgebrochen wurde. Die Vermittlung mit der
Polizei musste sie in ihre Hände nehmen, der Gefangene wirkte ziemlich hilflos.
Zu einem seit Februar vorigen Jahres Entlassenen habe sie heute noch Kontakt,
weil sie es interessiere, wie es den ehemaligen Gefangenen im
Resozialisierungsverhalten weiter ergehe; Sie als Frau verspüre dabei keine
Angst, sondern gehe die Sache couragiert an, womit sie Erfolg
habe.
In
der JVA befindet sich ein gut ausgestatteter Kraftraum, den es an einigen
Stunden mit einem Übungsleiter zu besetzen gilt, damit auch sinnvolles Training
durchgeführt werden kann. Die Betreuer sind im Übrigen in einer
Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern
organisiert. Die Betreuer arbeiten eng mit im Vollzug Tätigen zusammen und
wirken mit die Aufgabe des Vollzuges zu erfüllen. Wie wichtig die Aufgabe der
Ehrenamtlichen ist, zeigt § 2 des Strafvollzugsgesetzes. Hier heißt es: „Im
Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer
Verantwortung ein Leben ohne Straftateri zu führen. Der Vollzug der
Freiheitsstrafe dient aber auch dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren
Straftaten". Weiter heißt es in Paragraph 3, „Der Vollzug ist darauf
auszurichten, dass er dem Gefangenen hilft, sich in das Leben in Freiheit
einzugliedern".
Der
ehrenamtlich tätige Mitarbeiter/in hat die verantwortungsvolle Aufgabe die
Arbeit an bayerischen Justizvollzugsanstalten zu unterstützen um die
Wiedereingliederung Strafgefangener mit allen Beteiligten des Vollzugs zu
fördern. Dabei kann man auch Einfluss nehmen, um dem Leben eine neue, bessere
Richtung zu geben. Der Zeitaufwand ist übrigens wie bei allen ehrenamtlich
Tätigkeiten natürlich nicht vorgeschrieben. Jeder Ehrenamtliche kann frei
verfügen, wann und wie lange er einen Gefangenen oder mehrere Gefangene betreuen
möchte.
Wer
Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit hat, kann sich bei der JVA, Bruno-
Beierlorzer Telefon 09261/620413 oder bei Susanne Daum Telefon 09261/620421 oder
über die Zentrale Telefon 09261/62040 melden.
eh