Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
Ehrenamt-im-Strafvollzug

Kempten


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            Kemptener Rathaus                                     Foto: Merz


Kunstprojekt

Das Kunstprojekt in und mit der JVA Kempten ist, so schreibt
Sabine Titze-Morlok in ihrer Mail, realisiert.

Im ersten Teil konnte in einer groß angelegten Aktion die Be-
völkerung Motive an die Gefangenen senden, die als Bilder-
wand im Speisesaal der JVA installiert wurden.

Im zweiten Teil haben Gefangene ihren Alltag mit der Kamera
festgehalten. In intensiver Zusammenarbeit mit den Gefangen
entstanden Aufnahmen und Interviews von großer Authentizität
und daraus enstand ein Buch,eine DVD, eine Ausstellung und
eine Internetseite http://www.vondrinnenunddraussen.de
Wir würden uns freuen, wenn Sie das Projekt spannend finden.
Viele Grüße

Sabine Titze-Morlok
  Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Justizvollzugsanstalt Kempten

suchen immer Gleichgesinnte, die sie bei der Betreuung von Strafge-fangenen unterstützen.
Sie erreichen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine sehr engagierte und kompetente Gruppe unter:
"Straffälligenhilfe Allgäu e.V."?

oder wenden Sie sich direkt an die

Referate "Sozialarbeit" der JVA Kempten
Frau Carmen Dietenberger, Dipl. Sozialarbeiterin
Tel. 0831/51266-143
Frau Andrea Daßler-Heydenreich, Dipl. Sozialpädagogin
Tel. 0831/51266-144
Herr Martin Hermann, Dipl. Sozialarbeiter
Tel. 0831/52163-145
Gemeinsame Mail-Adresse: Sozialdienste

Referat "Seelsorge" der JVA Kempten
Herr Helmut Goßler, Pfarrer, Dipl. Päd.
Tel. 0831/51266-141

Kontaktbeamter und Ansprechpartner
für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Herr Roland Thoma
Tel. 0831/51266-110

 

 

 

 

 


 

Presse:

Ehrenamtlich hinter Gitter und Stacheldraht
Allgäuer Zeitung, 18. 6. 2008
Straffälligenhilfe Ehepaar Wagner opfert seit zehn Jahren Freizeit für die Betreuung von Häftlingen Kempten |eva| Einzelgespräche, Gruppenbegleitungen, Organisation von Konzerten und Weihnachtspäckchen, Beratung von Angehörigen und Einrichten von Wohnungen gehören seit zehn Jahren zum ehrenamtlichen Engagement des Ehepaares Marianne und Emil Wagner. Zunächst als aktive Mitglieder der Straffälligenhilfe Allgäu, heute als Kassierin und erster Vorsitzender des Vereins, stellen sie den Häftlingen der Kemptener Justizvollzugsanstalt viele Stunden ihrer Freizeit zur Verfügung.
Gibst du einem Mörder die Hand? Wie kannst du nur mit so einem arbeiten? Solche Fragen bekam Marianne Wagner oft zu hören. „Es scheint“, erklärte sie, „als hätte der Gefangene nach seiner Tat aufgehört, Mensch zu sein.“ Für das Ehepaar sind jedoch immer der christlich Gedanke im Vordergrund, dass für Gott jeder Mensch wertvoll ist – auch nach einer Verfehlung. „Außerdem“, so der erste Vorsitzende, „fühlen wir uns selber reich von Gott beschenkt und wollen davon etwas weitergeben.“


                       Marianne Wagner                              Emil Wagner,

 

 

Viele kleine Erfolge
Noch nie, so betonen die Eheleute, seien sie von einem Häftling angegriffen oder bedroht worden. Oft hätten sie aber Zeichen der Dankbarkeit als Zeichnung oder Brief erhalten. Stets sei ihnen großes Vertrauen entgegengebracht worden. „Einmal haben Gefangenen zusammengelegt und mir einen Geburtstagskuchen gebacken. Das war für mich ein ganz wertvolles Gebäck!, erinnert sich Marianne Wagner.
Traurig sind die beiden, wenn einer den Weg zurück zur Normalität nicht schafft, einer ihrer Schützlinge draußen an Drogen stirbt oder Häftlinge neu eingerichtete Wohnungen wieder aufgeben, weil sie die falschen Kontakte haben. Es gibt aber auch eine Vielzahl kleiner, die ihnen Mut machen, ihre Arbeit fortzusetzen. Wenn Gefangene in der Freizeitgruppe vergessen, dass sie inhaftiert sind. Wenn einer über sein bisheriges Leben wirklich nachdenkt und Lösungen sucht. Aber auch, wenn der eine oder andere in seinen Beruf oder in seine Familie zurückkehrt.
Um Suchtkranken besser beistehen zu können, absolvieren Wagners sogar einen über acht Monate angelegte Ausbildung zum „Freiwilligen Suchtkrankenhelfer“. Betrüblich ist für die Ehrenamtlichen die geringe Zahl der Aktiven in der Straffälligenhilfe. Derzeit stehen achtzehn aktive Mitgliedern, von denen viele älter als fünfzig Jahre sind, vierhundert zu betreuenden Häftlingen gegenüber. „Es gäbe noch viel zutun“, bedauerte Emil Wagner. „Wir suchen dringend jüngere Leute, die mitten im Leben stehen, Geduld aufbringen und Häftlinge regelmäßig mit ihrer Arbeit unterstützen wollen. Wir dürfen die Menschen hier nicht allein lassen.“

Eva Maria Dörr – Schratt

Über "Was tut die "Straffälligenhilfe Allgäu e.V."?

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Breakdance als Lebenshilfe

Gefangene, die Breakdance tanzen – macht das Sinn? Stefan Sauter, Tanzpädagoge mit Erfahrungen in den verschiedensten Tanzschulen und vielen eigenen Auftritten zwischen Lettland und Mallorca, beantwortet diese Frage eindeutig mit Ja. Die Straffälligenhilfe Allgäu e.V. lud ihn ein, einer Gruppe von vierzehn Männern, in der Kemptener Justizvollzugsanstalt, insgesamt zwölf Übungseinheiten anzubieten.
Sein Konzept klingt überzeugend. In einem ersten Schritt will er den Häftlingen die Freiheit der Bewegung nahe bringen. Sie sollen sich selbst wieder spüren können. Danach wird das eigene Handeln reflektiert und beurteilt. Daraus resultiert schließlich der Ansatz zur Verbesserung. „Das“, meint Sauter, „lässt sich auf jeden Fall auch auf die Bewältigung von Problemen übertragen.“
Die Männer die sich in der Turnhalle der Justizvollzugsanstalt zusammenfinden, wirken motiviert. Selbst ein Rollstuhlfahrer nimmt am Programm teil. Die rhythmischen Bewegungen fallen zunächst noch schwer. „Ich merke, dass ich noch nie getanzt habe“, meint ein Teilnehmer. Aber auch seine Übungen werden mit der Zeit deutlich fließender. Die Männer finden ihren individuellen Rhythmus.

 

 

Sauter arbeitet mit Lockerungs- und Dehnungsübungen, lässt die Männer an ihrem Gleichgewicht arbeiten und schließlich kurze Schrittfolgen ausprobieren. Er ist überzeugt, dass körperliche Bewegung immer auch Hirn und Herz fordert.
Spätestens die komplizierteren Bodendrehungen geben ihm recht. Die Häftlinge haben nun fast alle ihre T – Shirts durch geschwitzt, im Bemühen, sich möglichst elegant und schnell zur Musik am Boden um die eigene Achse zu drehen. Sauter erklärt die Atemfunktionen und gibt jedem Teilnehmer praktische Tips. Dazwischen zeigt er gekonnt, wie die Form am Ende aussehen soll.
Einige haben schon Erfahrungen mit Breakdance. „Aber“, so meint ein junger Mann,“hier drinnen wird man schnell steif und unbeweglich. Man muss wieder von vorne anfangen.“
Zufrieden wirken sie am Ende der Stunde alle. „Mich befreien diese Übungen hier sehr“, erklärt einer. Meine Kraft wird in die richtigen Kanäle gelenkt und negative Energie wird abgebaut.“
Ein Grund mehr für die Mitarbeiter der Straffälligenhilfe, ihr Projekt weiter zu verfolgen.


Wenn Sie einer dieser Punkte anspricht, sind Sie für eine ehrenamtlichen Mitarbeit
in der JVA Kempten herzlich willkommen.


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© LAG 2009-09-10